Podestplatz nach 24 Stunden Aufholjagd

Der Lexus IS F CCS-R der mit den beiden Emil Frey Racing Piloten Lorenz Frey und Fredy Barth verstärkten Fahrermannschaft erzielte beim 43. ADAC Zurich 24h-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife einen hervorragenden zweiten Platz in der Klasse SP8 und einen 59. Gesamtrang. Ergänzt wurde der Teamerfolg durch den Klassensieg von Toyota Swiss Racing mit dem GT 86 in der Klasse V3.

Lexus Racing hatte mit dem ADAC Zurich 24h-Rennen auf der Nürburgring Nordschleife noch eine Rechnung offen. Im vergangenen Jahr nahm der Lexus IS F CCS-R erstmals am 24-Stunden-Rennen teil, schied jedoch in den Nachtstunden nach einer unverschuldeten Kollision aus. Der Wagen der beiden Fahrzeugbesitzer und Stammpiloten, der Gebrüder Helmut und Horst Baumann, war für vordere Plätze prädestiniert. Dies beweist die Tatsache, dass in der VLN Langstreckenmeisterschaft 2013 und 2014 der Gesamtsieg in der Klasse SP8 mit einem baugleichen Fahrzeug geholt wurde.

Entsprechend startete das Team in der gleichen Besetzung wie im Vorjahr zur grossen Herausforderung in der Eifel, dem Rennen zweimal rund um die Uhr. Die Baumanns erhielten wieder fahrerische Unterstützung durch Lorenz Frey und Fredy Barth von Emil Frey Racing. Im Qualifikationstraining gelang Barth auf Anhieb eine Bestzeit in der Klasse, doch liess das Team zwecks Materialschonung das zweite Zeittraining aus, da alle Piloten ihre Pflichtrunden am Vorabend absolviert hatten.

Vom dritten Startplatz in der Klasse und 68. Platz auf der gesamten Startaufstellung nahm Fredy Barth das Rennen in Angriff. Nach ersten Rangverbesserungen folgte ein Rückschlag. Das ABS-System war ausgefallen, und die zwischenzeitlich regennasse Piste machte eine schnelle Fahrt mit dem fehlenden Regelsystem besonders schwierig. Ein erster schneller Reparaturversuch brachte noch keine Besserung, was der zweite Pilot Lorenz Frey durch eine Kollision mit der Leitplanke im Bereich Schwalbenschwanz als erster zu spüren bekam. Noch schwerer traf es Helmut Baumann, dem das Heck des IS F in der schnellen Fuchsröhren-Passage ausbrach. "Ich rutschte rückwärts in Richtung eines brennenden Fahrzeugs, konnte jedoch mit Glück eine Kollision vermeiden", erklärte der Bonner Unternehmer und erfahrene Nordschleifen-Pilot. "Da ich an allen vier Reifen Schäden hatte, versorgte mich Ring Racing von aussen mit neuen Pneus, so dass ich nach etwa einer Stunde wieder ins Rennen gehen konnte."

Das Team war dem ABS-Fehler in der Zwischenzeit auf die Spur gekommen und erledigte bei einem der nächsten Tankstopps gegen 2 Uhr morgens die fällige Reparatur. Von da an blies Lexus Racing zum Angriff auf die vorderen Plätze in der Klasse SP8. In den frühen Morgenstunden lag das Team auf Platz 94 gesamt und dem vierten Klassenrang. Mit einer in der Klasse schnellsten Runde nach der anderen verringerte sich der Zeitrückstand auf die Klassenkonkurrenz im Minutentakt. Zwei Stunden vor Rennende hatten sich die vier Lexus-Piloten auf den zweiten Klassenrang vorgearbeitet, doch der Führende war ausser Reichweite. Am Ende einer fulminanten Aufholjagd über 24 Stunden blieb es beim zweiten Rang in der SP8, mit einer Runde Rückstand sowie dem 59. Platz insgesamt.

Hannes Gautschi von Toyota Swiss Racing, der auch das unter Lexus Racing genannte Team mit dem IS F CCS-R leitete, hatte allen Grund zur Freude: "Es waren schwierige Streckenbedingungen mit Regen, halb trockener und ölverschmutzter Fahrbahn und entsprechend vielen Zwischenfällen, insbesondere für unser teilweise ohne Regelsystem fahrenden Wagens. Das Team Lexus Racing und die Einsatztruppe von Ring Racing liessen sich jedoch nicht beirren und beseitigten den Fehler. Zudem haben die Fahrer das Maximum aus dem Wagen herausgeholt. Dies ist der zweite grosse Erfolg nach dem Klassensieg in der VLN 2014, und ich hoffe, weitere werden folgen."

Doppelten Grund zur Freude gab es, da auch der von Toyota Swiss Racing eingesetzte Toyota GT 86 mit den Piloten Herbie Schmidt, Benjiamin Albertalli, Thomas Lampert und Manuel Amweg das Ziel erreichte, und dies mit einem Klassensieg in der V3. „Dies ist unser vierter Klassengewinn beim vierten Start im 24-Stunden-Rennen. Dank erfolgreichem Motorwechsel und einer zuverlässigen Fahrt unter schwierigen Bedingungen ist er besonders verdient“, sagt Hannes Gautschi.